Deutsches Automobilmuseum Fichtelberg
Was Begeisterung für Technik hervorbringen kann, zeigt sich unter anderem im Automuseum Fichtelberg. Dort hat Perry Eckert aus einfachsten Anfängen im Laufe der Zeit die Grundlage für ein Verkehrsmuseum geschaffen, das mittlerweile zu den größten derartigen Sammlungen in Deutschland zählt.
Wenn Leidenschaft in die Gründung eines eigenen Museums führt, sind viele Weichen richtig gestellt worden. Wer das Automuseum Fichtelberg zum ersten Mal besucht, kann nur den Hut vor dem Mann ziehen, der sich hier ein Denkmal gesetzt hat.
Was Gründer Perry Eckert im Laufe seines Lebens an automobilen Kostbarkeiten zusammentrug, kann sich mühelos mit bekannten Techniktempeln messen, wie sie beispielsweise in Sinsheim, Speyer oder Schramberg stehen.
Rund 500 Ausstellungsstücke warten in vier Hallen darauf, gründlich inspiziert zu werden. Liebhaber werden hier gerne und lange verweilen.
Ob Tatra 12 von 1926, Jaguar XK 140 S oder Audi Urban City – den Besucher erwartet ein bunter Reigen an seltenen, schönen und teils außergewöhnlichen Fahrzeugen, die Automobilgeschichte schrieben. Hier wird nachvollziehbar, dass der Weg zum heutigen Wohlfühlauto, das mit ABS, Airbag und Tempomat bestückt ist, über Fahrzeuge führte, die über rauchende Motoren, Holzkarosserie und einfachster Bestuhlung verfügten.
Startet heute der Automotor bequem per Knopfdruck, so mussten die Herren der Schöpfung früher Muskelschmalz aufwenden, um per Kurbel den Motor zum Anlaufen zu bewegen. Ein Vorgang, der leicht zu einem Bruch des Handgelenks führen konnte, wenn die Kurbel nach dem Anspringen des Motors nicht schnell genug aus der Anlasswelle zurückgezogen wurde.
Museen sind echte Zeitkapseln, die ganze Epochen lebhaft vor Augen führen und den Weg zum heutigen Technikstand sowie dem damit einhergehenden Wohlstandszuwachs auf höchst interessante Weise aufzeigen.
Diesbezüglich ist das Automuseum Fichtelberg jeden Abstecher auf der Fahrt durch das ehemalige Zonenradgebiet wert. Hier erfährt man zum Beispiel, dass das automobile Symbol für die Massenmotorisierung in Deutschland – der VW Käfer – zwar von Ferdinand Porsche designt wurde, dieser die Idee für den bekannten VW-Boxermotor jedoch von den Tatra-Werken hatte, die einen Boxermotor beispielsweise in das Modell 12 einbauten, das im Tschechischen Örtchen, Koprivnice, dem vor 1918 deutschen Nesseldorf, vom Band lief.
Das im Museum stehende Tatra-Modell dieses Typs ist ein ganz besonderes Stück, da dieses Modell von den damals üblichen Kleinwagen-Konstruktionen abwich. Es hat einen luftgekühlten Boxermotor, einen Zentralrohrrahmen und sogar eine hintere Pendel-Schwingachse. Das Fahrzeug dokumentiert, dass in nur wenigen Jahrzehnten gewaltige technische Fortschritte das Automobil seit seiner Erfindung nach vorn brachten.
Eine ganze Anzahl Raritäten machen den Museumsbesuch zu einem unvergesslichen Erlebnis. Dazu gehört die Replika des Mercedes 300 SLR von dem lediglich zehn Stück gebaut wurden. Unter dem Rennfahrer Stirling Moss erreichte dieser Rennwagen im Jahre 1955 auf der Mille Miglia eine Durchschnittsgeschwindigkeit von sagenhaften und nie wieder erreichten 157,7 km/h.
Natürlich fehlt auch der RO 80 von NSU nicht. Dieses Fahrzeug hat einen Wankel-Motor, der auf völlig andere Weise funktionierte, als der bis dato gebräuchliche Hubkolbenmotor. Hier gab es keine Umlenkkräfte zu bändigen, da der Kreiskolben keine solchen aufbaut. Leider konnten dessen Kinderkrankheiten, wie beispielsweise Probleme mit den Dichtungen, nie überwunden werden, weshalb dieser Motor heute ebenso Geschichte ist, wie NSU, das von VW aufgekauft wurde.
Wen das Funktionsprinzip interessiert, sollte unbedingt das ausgestellte Schnittmodell näher studieren, noch besser, gleich eine Führung buchen, um noch viel mehr Spannendes rund um die Museumsexponate zu erfahren. Doch auch wer auf eigene Faust das Museum besichtigt, das übrigens über 11 000 Quadratmeter Fläche, verteilt auf vier Gebäude, verfügt, kommt aus dem Staunen so schnell nicht heraus.
Unvermittelt steht man etwa vor einem Panzermotor für den T-62. Das Schnittmodell erlaubt einen Einblick in diesen gewaltigen Motor, der eine Leistung zwischen 580 und 709 PS entwickelte. Porsche-Fans werden aufhorchen, dass nicht nur zahlreiche Automodelle dieses Herstellers zu besichtigen sind, sondern auch ein Traktor aus dem Jahr 1959, dessen Zweizylinder-Dieselmotor 25 PS entwickelte. Doch war das Porsche-Fahren nicht des Bauern große Lust, weshalb die Traktorenproduktion bereits 1962 wieder eingestellt wurde.
Aufgelöst wurde mit der Wiedervereinigung auch die Nationale Volksarmee der ehemaligen DDR, weshalb die Museumsbetreiber beherzt zugriffen, als sich Anfang der 1990er Jahre die große Chance bot, ausgesprochen günstig an NVA-Kriegsgerät zu kommen, das heute in einem überdachten Freigelände des Museums zu bewundern ist. Ob MIG 23 UB, MIG 21 UM oder SU-22 M Flugzeugfans werden glänzende Augen bekommen, wenn Sie den Stolz sowjetischen Flugzeugbaus in Augenschein nehmen.
Wer sich im Freigelände genau umsieht, wird eine Ludwig Loewe-Fräsmaschine von circa 1950 entdecken, die etwas ganz Besonders ist: Auf dieser Maschine wurden bis 1975 Wankelkolben des RO 80-Motors nachbearbeitet. Kein Geringerer als Friedel Münch, der Schöpfer des legendären Münch-Mammut-Motorrades, konnte diese geschichtsträchtige Maschine vor der Verschrottung retten und der Perry-Eckert-Stiftung übergeben. Selbstredend, dass auch Münch-Mammut-Motorräder im Museum zu besichtigen sind.
Motorräder sind überhaupt in einer extrem großen Zahl zu besichtigen. Ob Yamaha, Honda, BMW, Suzuki, Ducati, Moto Guzzi, Benelli oder Horex – auch Motorradfans kommen hier voll auf ihre Kosten. Besondere Schmankerl gibt es viele, herausgehoben seien jedoch die beiden Hercules-Maschinen, die von einem Wankelmotor angetrieben werden.
Natürlich werden auch die Anfänge des Zweiradbaus präsentiert. So gibt es beispielsweise ein Fahrrad der Dürkopp-Werke aus den 1920er Jahren zu besichtigen, das über einen Kardanantrieb verfügt. Eine Rarität, die nicht in jedem Museum zu sehen ist.
Eine solche Rarität ist auch das Rennmotorrad von NSU aus dem Jahre 1910, das damals bereits eine Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h erreichte. Für heutige Maßstäbe ist der Lederriemen kurios, der die Kraft des 2,5 PS starken Motors auf die Hinterräder brachte. Motortechnisch verwöhnte Zeitgenossen würden dieses Motorrad sicher nicht fahren können, gilt es doch, die Vor- und Nachzündung manuell per Hand mittels eines Hebels am Tank vorzunehmen.
Lichtjahre von dieser Kuriosität entfernt ist das nur wenige Schritte weiter stehende Custombike ›Fatso‹ auf der Basis eines Harley-Motorrads. Dieses wuchtige Unikum wurde im Jahr 2012 von Joe Palermo in vielen 100 Arbeitsstunden erschaffen und hat in den USA völlig verdient unter anderem den Titel ›Best-Custom-Bike‹ gewonnen.
Motorräder sind überhaupt in einer extrem großen Zahl zu besichtigen. Ob Yamaha, Honda, BMW, Suzuki, Ducati, Moto Guzzi, Benelli oder Horex – auch Motorradfans kommen hier voll auf ihre Kosten. Besondere Schmankerl gibt es viele, herausgehoben seien jedoch die beiden Hercules-Maschinen, die von einem Wankelmotor angetrieben werden.
Natürlich werden auch die Anfänge des Zweiradbaus präsentiert. So gibt es beispielsweise ein Fahrrad der Dürkopp-Werke aus den 1920er Jahren zu besichtigen, das über einen Kardanantrieb verfügt. Eine Rarität, die nicht in jedem Museum zu sehen ist.
Eine solche Rarität ist auch das Rennmotorrad von NSU aus dem Jahre 1910, das damals bereits eine Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h erreichte. Für heutige Maßstäbe ist der Lederriemen kurios, der die Kraft des 2,5 PS starken Motors auf die Hinterräder brachte. Motortechnisch verwöhnte Zeitgenossen würden dieses Motorrad sicher nicht fahren können, gilt es doch, die Vor- und Nachzündung manuell per Hand mittels eines Hebels am Tank vorzunehmen.
Lichtjahre von dieser Kuriosität entfernt ist das nur wenige Schritte weiter stehende Custombike ›Fatso‹ auf der Basis eines Harley-Motorrads. Dieses wuchtige Unikum wurde im Jahr 2012 von Joe Palermo in vielen 100 Arbeitsstunden erschaffen und hat in den USA völlig verdient unter anderem den Titel ›Best-Custom-Bike‹ gewonnen.