Energie ist Macht

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Ohne ausreichende Energie verliert Deutschland seine Verteidigungsfähigkeit

Prof. Dr. Ing. Hans-Günter Appel

Prof. Dr. Ing. Hans-Günter Appel

Dass erst die Nutzung von Energie den Menschen viel mächtiger gemacht hat, als die stärksten Tiere der Welt, erläutert Prof. Dr. Ing. Hans-Günter Appel vom Stromverbraucherschutz NAEB.

Der Mensch ist ein schwaches Wesen. Er leistet nur 100 Watt, wenn er hart körperlich arbeitet. In 10 Stunden hat er eine Kilowattstunde (kWh) Energie umgesetzt, für die wir heute 40 bis 50 Cent als Strom zahlen müssen. Mit dieser Energie kann man eine Tonne Wasser 360 Meter hoch pumpen.

Erst mit der Nutzung der nicht eigenen Energie ist der Mensch viel stärker geworden als jedes andere Lebewesen auf der Erde. Jeder Einwohner von Deutschland nutzt heute rund 42.000 KWh Primärenergie im Jahr. Primärenergie ist die in Kohle, Erdöl, Erdgas, Biomasse, Wasserkraft oder Kernbrennstäben gespeicherte Energie. Hinzu kommen Wind- und Sonnenenergien.

Jeder hat 35 Arbeitssklaven

Damit hat jeder Einwohner über 115 „Arbeitssklaven“ zur Verfügung, die jeden Tag 10 Stunden für ihn arbeiten. Selbst auf die Endenergie bezogen, hat jeder von uns noch mehr als 35 Arbeitssklaven. (Die Endenergie kaufen wir als Strom, Treibstoff und Brennstoff. Durch Transport, Aufbereitung und Energieumwandlung gehen rund 2/3 der Primärenergie verloren.)

Für uns ist es kein Problem, kurzfristig weit mehr Arbeiter zu aktivieren, als uns im Durchschnitt zustehen. Mein Rasenmäher mit 1,3 kW Leistung aktiviert 13 Gartenarbeiter, der Staubsauger mit 1 KW 10 Teppichklopfer. Aus jeder normalen Steckdose können wir die

Leistung von 23 Arbeitern beziehen. Die Anfahrleistung eines Autos mit 100 kW bringt es auf 1.000 Anschieber.

Diese wenigen Beispiele, die jeder beliebig weiter spinnen kann, zeigen, dass die Macht mit dem Zugriff auf Energie wächst. Die US-Amerikaner nutzen im Jahr mit 76.000 kWh fast das Doppelte des deutschen Verbrauchs je Einwohner. Sie sind also doppelt so mächtig. Die Wirtschaftsmacht von Staaten ist primär das Produkt aus Einwohnern und Energieverbrauch je Einwohner. Nach Statista war demnach 2021 China die stärkste Wirtschaftsmacht:

China: 43.791 Milliarden kWh 31.000 kWh/Einw.

USA: 25.825 Milliarden kWh 76.000 kWh/Einw.

Indien: 9.841 Milliarden kWh 7.030 kWh/Einw.

Japan: 4.927 Milliarden kWh 39.000 kWh/Einw.

Deutschland: 3.511 Milliarden kWh 42.000 kWh/Einw.

Ohne Wissenschaftler und Ingenieure keine optimale Energienutzung

Doch diese Sicht greift zu kurz. Energie wird erst zur Macht, wenn sie optimal genutzt wird. Sonst verpufft sie nutzlos. Das Schießpulver ist dafür ein Beispiel. China hat weit früher als Europa das Schwarzpulver erfunden. Die Chinesen nutzten es für Feuerwerk und freuten sich an dem funkensprühenden nächtlichen Himmel. Die Europäer entwickelten Gewehre und Kanonen und eroberten damit weitgehend die Welt.

Zur optimalen Nutzung der Energie brauchen wir gut ausgebildete Wissenschaftler und Ingenieure, die Energieumwandlungen in neue Formen finden und Verfahren und Geräte entwickeln, die unseren Wohlstand verbessern. Die wichtigste Erfindung der Neuzeit war die Umwandlung von Wärmeenergie in mechanische Energie durch die Dampfmaschine. Damit wurde ein akuter Mangel an mechanischer Energie beendet. Sie war weit preiswerter als Sklavenarbeit. Damit war Schluss mit der weltweiten Sklaverei.

Die Umwandlung von mechanischer in elektrische Energie mit dem Generator ist die universelle Basis für unseren Wohlstand. Strom treibt Maschinen an, erzeugt Licht und Wärme, schmilzt Metalle und treibt das Internet mit einer weltweiten Kommunikation in Echtzeit. Dafür braucht das Internet mehr Energie als alle Flugzeuge der Welt.

Preise und Arbeitszeiten fallen durch Automatisierung

Diese Beispiele zeigen, ohne gut ausgebildete Wissenschaftler und ideenreiche Ingenieure würden wir heute noch Holz und Kohle nur zum Heizen und Kochen nutzen. Doch Ingenieure haben viele Maschinen entwickelt, die menschliche Arbeit übernehmen. Spinnerei- und Webereimaschinen waren der Anfang. Immer stärker automatisierte Fertigungsanlagen ersetzen Arbeitskräfte. Die Produkte werden preiswerter. Arbeitszeiten können mit Lohnausgleich reduziert werden.

Besonders deutlich war dieser Prozess in den Jahren von 1960 bis 1980. Preiswertes Erdöl überschwemmte die Welt. Die Automatisierung wurde in der Industrie und in den Haushalten (Kühlschrank, Waschmaschine, Geschirrspüler, Staubsauger usw.) vorangetrieben. Es gab damals Lohnerhöhungen von 10 Prozent bei gleichbleibenden oder gar fallenden Preisen.

Heute hat Deutschland hoch automatisierte Fertigungslinien und viele arbeitssparende Geräte in den Haushalten. Knapp wird es jedoch mit ausreichender und bezahlbarer Energie zum Betrieb der Anlagen und Geräte. Die günstigsten Energieträger Erdöl und Erdgas liegen in Russland. Leitungen zu uns sind vorhanden. Doch der Bezug von Energie aus Russland wurde von Deutschland als Antwort auf den Ukraine-Krieg gestoppt. Ohne ausreichende Energie verliert Deutschland seine wirtschaftliche Macht, aber auch seine Verteidigungsfähigkeit.

Denn Panzer und Flugzeuge brauchen Treibstoff. Ohne Energie kann man keine Munition herstellen, die nach den Berichten in den Medien Mangelware ist.

Ohne russische Energie wird Deutschland schwächer

Die deutsche Schwäche durch den Verlust der Energieimporte aus Russland wird sicher von den USA begrüßt. Die preiswerte Energie aus Russland und die gut ausgebildeten Wissenschaftler und Ingenieure in Europa drohten zu einem neuen wirtschaftliche Machtblock zu werden. Unter diesem Gesichtspunkt wird auch die massive Unterstützung der „Aktivisten“ für die Energiewende durch amerikanische Stiftungen verständlich. Denn der nicht regel- und berechenbare Wind- und Solarstrom schwächt und verteuert unsere Energieversorgung und macht uns abhängiger von amerikanischer Hilfe bei der Verteidigung unseres Landes.

NAEB e.V. Stromverbraucherschutz

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