Weltmetrologie stellt Weichen

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Digitales SI, Weltzeit ohne Schaltsekunden

Die PTB hat ein starkes Gewicht in der internationalen Metrologie: PTB-Präsidentin Prof. Dr. Cornelia Denz (Mitglied im CIPM) zwischen Dr.-Ing. Prof. h.c. Frank Härtig (PTB-Vizepräsident; links) und Prof. Dr. Michael Kühne (ehemaliger BIPM-Direktor und ehemaliges Mitglied des PTB-Präsidiums; rechts) (Foto: BIPM)

Cornelia Denz wurde als Mitglied im „Club der 18“ wiedergewählt. Damit gehört sie weiterhin zu den 18 Personen, die die 69 Mitgliedsländer und die 34 assoziierten Staaten der Meterkonvention im Internationalen Komitee für Maß und Gewicht (CIPM) vertreten. Sie bereiten unter anderem alle Entscheidungen der Generalkonferenz für Maß und Gewicht (CGPM) vor. Zudem leitet Cornelia Denz das CIPM-Forum für Metrologie und Digitalisierung, dessen Arbeit in der Resolution ausdrücklich gewürdigt wird. Somit gestaltet die PTB die internationale Digitalisierungsagenda an zentraler Stelle mit. Cornelia Denz sagt: „Mit den Beschlüssen von Versailles tragen wir die Verlässlichkeit des SI dorthin, wo Maschinen Daten austauschen und wo KI Entscheidungen vorbereitet. Als Mitglied des CIPM werde ich mich dafür ebenso einsetzen wie für viele andere wichtige Themen.“

Die Generalkonferenz setzt ihren Kurs fort, die Meterkonvention als Vertrauensanker ins digitale Zeitalter zu tragen. In der Resolution zur weiteren Digitalisierung der Metrologie geht es darum, die bisherigen Errungenschaften wie die digitalen Einheiten, Datenqualität und Digitalen Kalibrierscheine weiterzuentwickeln. Dazu soll ein digitales Referenzsystem entwickelt werden, das alle Dienste der nationalen Metrologieinstitute wie der PTB und ihrer Ringvergleiche digitalisiert. Mit semantischen Ansätzen sollen alle Digitalisierungen in der Metrologie vereinheitlicht werden. Zudem sollen Sensornetzwerke und KI als Beispiele für systemische Metrologie in ihrer Qualität und Sicherheit gestärkt werden. Ziel ist eine globale digitale Qualitätsinfrastruktur für die Industrie. „Mit dem maßgeblich an der PTB entwickelten digitalen Kalibrierschein haben wir bereits Zeichen gesetzt“, sagt Cornelia Denz.

Weltzeit ab jetzt ohne Schaltsekunden

Bislang wurden in die Koordinierte Weltzeit (UTC) ab und zu Schaltsekunden eingefügt, um auszugleichen, dass die Rotation der Erde unregelmäßiger ist als die Zeit aus den Atomuhren. Damit ist nun Schluss: Ab dem 20. Mai 2027 wird die Koordinierte Weltzeit (UTC) ohne Schaltsekunden fortgeführt. Dieser Starttermin wurde aus symbolischen Gründen gewählt: Der 20. Mai ist der traditionelle Weltmetrologietag, in Erinnerung an die Gründung der Meterkonvention am 20. Mai 1875. Künftig darf die Abweichung zur Erdrotation bis zu einer Stunde betragen. Damit entfällt auch das Risiko einer erstmaligen negativen Schaltsekunde, mit möglichen Problemen für Energienetze, Telekommunikation und Satellitennavigation. „Damit sorgt auch die PTB, die in Deutschland die gesetzliche Zeit aussendet, für noch mehr Verlässlichkeit für alle Nutzenden“, sagt Cornelia Denz.

Neuer Beobachterstatus

Bislang gab es in der Meterkonvention nur Staaten, die entweder Voll- oder assoziiertes Mitglied waren. Auf der diesjährigen Generalkonferenz wurde nun zusätzlich der Status des Beobachters (Observer) eingeführt. So soll Staaten, die bislang noch nicht zur Meterkonvention gehören, die aber das SI und die koordinierte Weltzeit nutzen, der Zugang zur Welt der internationalen Metrologie erleichtert werden. Diesen Observer-Status können auch zwischenstaatliche Organisationen erhalten, deren Ziele sich mit denen der Meterkonvention decken, wie etwa die Weltmeteorologieorganisation (WMO).

Die Generalkonferenz für Maß und Gewicht tritt in der Regel alle vier Jahre zusammen und entscheidet über das Internationale Einheitensystem (SI) und die Arbeit des Internationalen Büros für Maß und Gewicht (BIPM) in Sèvres bei Paris. Die 28. Tagung fand vom 13. bis 15. Oktober 2026 im Palais des Congrès in Versailles statt. .

Physikalisch-Technische Bundesanstalt PTB

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